Wildsau-Trail“ statt wildes Fahren auf dem Mountainbike

aus ‘Oberhesische Zeitung’
01.07.2011 - HOHERODSKOPF

Angebot für ambitionierte Radler - Pilotprojekt - Zusammenarbeit mehrerer Partner

(sw). „Wildsau-Trail“ heißt das Pilotprojekt, das sich als neues Angebot an Mountainbiker im hohen Vogelsberg richtet. Zielgruppe sind sportliche Fahrer, die auch abseits befestigter Wege ihr Sportgerät bewegen wollen und dabei Bodenunebenheiten, Steine oder Wurzeln als willkommene natürliche, mehr oder weniger anspruchsvolle Hindernisse gern in Kauf nehmen.

Entstanden ist das Projekt als ein gemeinschaftliches Anliegen des Schottener Forstamts, des Naturparks Hoher Vogelsberg der Schottener Gesellschaft für Tourismus und Stadtmarketing, dem Restaurant Taufsteinhütte und der Mountainbike-Schule Koko-Pelli. Die beteiligten „Macher“ stellten jetzt zusammen mit Schottens Bürgermeisterin Susanne Schaab das Projekt der Öffentlichkeit vor.

„Im Oberwald wird zunehmend unkontrolliert abseits der befestigten Wege gefahren“, kritisiert Forstamtsleiter Dr. Berndt Ott. So seien mehrfach schon Fahrradspuren erkennbar gewesen und im Revier Schotten sogar eine illegale Downhillroute quer durch den Wald entdeckt worden. „Wir wollen vermeiden, dass sich im Vogelsberg Zustände einstellen, wie wir sie vom Taunus kennen“, betont der Forstamtsleiter mit Blick auf die Zielsetzung des Projekts. Im Taunus hätten es die Behörden aufgegeben, Verstöße seitens der Mountainbiker zu verfolgen.

Da die persönliche Kontaktaufnahme mit den Sportlern kaum möglich sei, soll nun durch die Ausweisung anspruchsvoller Single-Trails gegengesteuert und das Fahren abseits der Wege in kontrollierte Bahnen gelenkt werden. Die Pfade sind mit besonderen Schildern markiert. Der Wildsau-Trail beginnt und endet am Parkplatz vor dem Restaurant Taufsteinhütte. Hier befindet sich auch eine Infotafel mit einer Übersichtskarte der Trails sowie mit Geboten für ein naturverträgliches Mountainbikefahren. Der Wildsau-Trail ist 13 Kilometer lang und weist einen Höhenunterschied von 320 Metern aus. Zunächst führt die Strecke entlang der Landesstrasse in Richtung Poppenstruth, zweigt dann nach links ab und verläuft stark abfallend nach Rudingshain. Von hier führt der Wildsau-Trail über einen langen Anstieg zum Gackerstein und zum Ausgangspunkt zurück.

Am Mountainbike-Zentrum auf dem Hoherodskopf beginnt der 7,8 Kilometer lange Fuchs-Trail, der ebenfalls neu eingerichtet ist. Er führt zunächst entlang der Sommerrodelbahn, weiter über Wege und Loipen, am Denkmal auf der Herchenhainer Höhe vorbei und über die Lifttrasse zum Endpunkt in Herchenhain. Von hier ist die Rückfahrt zum Hoherodskopf möglich über die schon seit einigen Jahren ausgewiesenen Strecken auf befestigten Wegen, die mit einer Gesamtlänge von 160 Kilometern zur „Vogelsberg-Arena“ gehören. Während der Wildsau-Trail mit einem Schwierigkeitsgrad von „mittel bis schwer“ eingestuft ist, wird der Fuchs-Trail mit „leicht bis mittel“ bewertet.

„Wir haben bei der Auswahl der Strecken darauf geachtet, Naturschutzflächen weiträumig zu umfahren, um nicht in Konflikt mit sensiblen Bereichen zu kommen“, verdeutlicht Forstamtsleiter Ott. Der Vogelsberg sei mit diesem Projekt Vorreiter in Hessen. „Wir haben mit unseren Trails eine Pilotfunktion für ganz Hessen. So etwas gibt es in den anderen Forstämtern noch nicht.“ Ein Jahr lang sollen nun Erfahrungen gesammelt und dann ein Resümee gezogen werden, inwieweit die Single-Trails angenommen werden.

Ralph Koster, Geschäftsführer der Gesellschaft für Tourismus und Stadtmarketing, kann schon über eine positive Resonanz berichten: „Eine Gruppe von Mountainbikern, die mehrere Tage in Schotten weilte, war von dem neuen Single-Trail begeistert.“ Für die nahe Zukunft plant der Touristiker daher, die neuen Single-Trails in die Übernachtungsangebote für die ganze Großgemeinde einzubeziehen, als weiteren Baustein für den Sommertourismus.

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